Studienreise nach Kiew

Studienreise nach Kiew

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Die Studienreise nach Kiew befasste sich schwerpunktmäßig mit der Maidan-Revolution und dem aktuellen ukrainischen Regime, dem Konflikt in der Ostukraine sowie mit zeitgeschichtlichen Fragen. Bei mehreren politischen Stadtführungen, insbesondere über den Chreschtschatyk, die wichtigste Straße Kiews und die obere Stadt (altes Kiew) erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Geschichte Kiews, die Schauplätze der ukrainischen Revolution und die Sowjetzeit. Zudem besichtigte die Gruppe das Denkmal für die Hungertoten 1932/33, Holodomor). Am Folgetag wurde auch die Holodomor-Gedenkstätte besichtigt, die im dem Ausstellungskonzept von Yad Vashem nachempfunden wurde. Der menschengemachten Hungersnot fielen mehrere Millionen Menschen zum Opfer.

Bei einem Spaziergang durch Podil (Unterstadt) wurden auch Kultur und Wirtschaft thematisiert (ukrainische Literatur, Handelshäuser etc.). Religion und Kultur spielten auch bei der Besichtigung des Kiewer Höhlenklosters aus dem 9. Jahrhundert eine Rolle. Das Klosterleben konnte erst mit der Öffnung nach der Sowjetzeit wiederbelebt werden. Bei dem Mutter-Heimat-Denkmal und am Parlament wurden die ukrainische Nationalgeschichte und aktuelle politische Fragen diskutiert.

Am Mittwoch war das jüdische Leben Kiews Thema. Die Gruppe besuchte Babi Jar, wo die Nazis über 100.000 Juden und Nichtjuden ermordeten, aber auch die Synagoge, das Denkmal Scholem Alechems und das Wohnhaus Golda Meirs. Abends erfuhr die Gruppe bei einem Treffen mit Studierenden, wie der ukrainische Alltag und insbesondere die Perspektiven junger Menschen in Kiew aussehen.

Tiefere Einblicke in politische Fragen gewannen die Teilnehmenden auch bei einem Vortrag des Chefredakteurs der renommierten Zeitschrift „Krytyka“, Andrij Mokrousow. Zuletzt war die Katastrophe von Tschernobyl Thema, die Gruppe sprach mit Mitgliedern des Vereins der ehemaligen Bewohner der "Tschernobyler Zone" (der Stadt Prypjatj) über die Katastrophe, den Verlust der Heimat und die fragwürdige Informationspolitik gegenüber der betroffenen Bevölkerung. Vorab gab es eine Führung durch das Tschernobylmuseum. 

 

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