Rap, Protest und Reformen im Senegal: „Wir können das schaffen!“

Rap, Protest und Reformen im Senegal: „Wir können das schaffen!“

Szene aus dem Film "The Revolution Won’t Be Televised". Urheber/in: Boul Fallé Images. All rights reserved.

Der Film „The Revolution Won’t Be Televised” porträtiert die senegalische Jugendbewegung Y’en en marre. Während der Berlinale sprachen wir mit den Macher/innen über Entstehung und Zukunft des Protests und die Kraft der Musik.

Die Jugendbewegung Y’en a marre entstand im Januar 2011, als der Senegal von einer Krise in der Stromversorgung geplagt wurde. Zusammen mit dem Journalisten Fadel Barro initiierten die Musiker der Hip Hop Gruppe Keur Gui eine Bewegung, deren Forderungen sich anfänglich auf ein Ende der Stromausfälle konzentrierten, aber bald auf soziale Gerechtigkeit und ein Ende der Korruption ausweiteten.

Kurz nach der Gründung von Y’en a marre stieß die Filmemacherin Rama Thiaw hinzu und dokumentierte die Ereignisse fortan aus der „Innensicht“ dieser Jugendbewegung: Meetings, Kampagnen, Verhaftungen, Konzerte, Erschöpfungszustände, Reisen. Über mehrere Jahre ist mit „The Revolution Won’t Be Televised” das mitreißende Porträt einer jugendlichen Protestbewegung entstanden, das in diesem Jahr im Berlinale Forum gezeigt und mit dem Preis des internationalen Verbands der Filmkritik (FIPRESCI) ausgezeichnet wurde.

Wir sprachen mit Rama Thiaw und einen der Mitbegründer von Y’en a marre, Cheick Oumar Touré (alias Thiat), über die Entstehung des Films, das Erfolgsrezept von Y’en a marre, über die Macht der Musik und die Zukunft afrikanischer Jugendbewegungen. Das Interview führte Maria Kind.

Rama Thiaw, wurde 1978, in Nouakchott (Mauritanien) geboren. Sie ist als Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin bei „Boul Fallé Images“, einer senegalesischen Filmproduktionsfirma beschäftigt. Rama studierte Internationale Ökonomie an der Sorbonne und Film an der Paris 8. „The Revolution Won’t be Televised” ist ihr zweiter längerer Dokumentarfilm.

Cheick Oumar Touré, besser bekannt als Thiat (‘der Letztgeborene’ in Wolof), stammt aus der Stadt Kaolack (200.000 Einwohner, südöstlich von Dakar). Sein Vater, selbst Sohn einer der ersten Parlamentarier des Senegal, war Banker; die Familie gehörte zur Oberschicht. Thiat aber lehnte früh den ihm vom Vater vorgegebenen Weg ab, Banker oder Politiker zu werden und übte sich als Musiker. Zusammen mit Mbessane Landing Seck (alias Kilifeu) gründete er 1996 die Band „Keur Gui“ („Der Haushalt“), die als eine der sichtbarsten und engagiertesten Hip-Hop-Gruppen auf dem afrikanischen Kontinent gilt.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unserer Ausgabe "Perspektives - Jugend und politischer Wandel in Afrika".

Am 16. Februar 2016 veranstaltete die Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Berlinale ein Mittagsgespräch zum Thema - die Fotos hat Andi Weiland gemacht.

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