Die Jungen Gemeinden

Die Jugendarbeit der Kirchen stand in starker Konkurrenz zu den staatlichen Jugendorganisationen, wie etwa der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ). Sie waren bemüht der ostdeutschen Jugend eine Alternative zur sozialistischen Weltsicht und Normensystem zu bieten. Die Kirchen waren generell eine Art „Fremdkörper“ im deutschen Sozialismus, der sehr viel Wert auf einen starken Kollektivgeist legte und dem jede Form von Individualismus zutiefst suspekt war. Die Jungen Gemeinden baten den Jugendlichen, wofür in der FDJ kein Raum vorgesehen war. Kontroverse Diskussionen, und einen freien Meinungsaustausch. Die Kirche wurde daher von einigen Jugendlichen als ein „Freiraum“ in der Enge des sozialistischen Systems begriffen. Dennoch waren vergleichsweise nur wenige Jugendliche in den Jungen Gemeinden organisiert. 1952 waren es ca. 110.000 evangelische und ca. 30.000 katholische Jugendliche. In der FDJ hingegen waren zur gleichen Zeit über 1,8 Mill. versammelt. Die jungen Christen stellten also eher eine Randgruppe in der ostdeutschen Jugendkultur da.


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