Was sind "Bausoldaten"?

Die Baueinheit der Nationalen Volksarmee (NVA) wurde 1964 auf Druck der kirchlichen Organisationen in der DDR vom Nationalen Verteidigungsrat eingeführt. Damit war die DDR das einzige sozialistische Land, dass eine Möglichkeit geschaffen hat den Dienst an der Waffe zu verweigern. Bis 1973 war die Errichtung militärischer Bauten fester Bestandteil dieser Sonderform des Wehrdienstes. Erst unter erneuten kirchlichen Druck wurden zunehmend „zivile“ Aufgaben in militärischen Einrichtungen geschaffen, wie etwa Stellen als Krankenpfleger in Militärkrankenhäusern oder als Gärtner in öffentlichen Anlagen. Zum Ende der DDR hin herrschte allerdings weitverbreiteter Fachkräftemangel, so dass auch viele Bausoldaten in der Industrie eingesetzt wurden. Die Bausoldaten wurden streng von den anderen Wehrpflichtigen separiert, da ihr Beispiel keine Schule machen sollte. Im Zuge der Friedensbewegung und als „leichterer Wehrdienst“ verrufen wurde der Bausoldatendienst in den 70er und 80er Jahren immer populärer. Allerdings hatte der Dienst auch oftmals negative Auswirkungen auf die Chance begehrte Ausbildungs- und Studienplätze zu bekommen. Junge Menschen die den Wehrdienst komplett ablehnten, sogenannte „Totalverweigerer“, mussten mit drakonischen Strafen rechnen. Bis zu zwei Jahren Haft mit oftmals anschließender Zwangsausreise. Erst 1990, nach der ersten freien Volkskammerwahl im März 1990, wurde ein voller Zivildienst geschaffen.


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