Vom traditionsreichen Schiffbaustandort zum Windkraftkompetenzzentrum?
Podiumsdiskussion zur Lage in Rostock
mit:
Andreas Jesse, stellv. Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (Einführung)
Daniela Müllhäuser, Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen
Andree Iffländer, Wind-Energy-Network, Rostock
Rüdiger Klein, IG Metall, Rostock
Jörgen Thiele, Vorstandsmitglied Offshore-Stiftung, Geschäftsführer der TST Technologie Systemberatung Thiele e.V., Altpräsident der IHK zu Schwerin
Vor 30 Jahren steckte die Windkraftindustrie noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile ist aus ihr ein florierender Wirtschaftszweig mit weit über 100.000 Arbeitsplätzen geworden. Eine Pionierregion für die Entwicklung der Windenergie ist die Region um Bremen. Die aufstrebende Windindustrie hat im Nordwesten Deutschlands mittlerweile zu einem Strukturwandel geführt. Zu Beginn der 1990er Jahre war der Schiffbau in der Krise - die Vulkan-Werft meldete Insolvenz an. Unternehmen und Forschungseinrichtungen ließen sich aber auf dem Gelände nieder und konnten vom Know-how der Facharbeiter profitieren, so dass es zu einem regelrechten Windkraftkompetenzzentrum wurde: Herstellung von Windrad-Türmen und Rotorblättern, Forschung in den Bereichen Strömungstechnik und Offshore. Heute verbauen sie auf dem Gelände der ehemaligen Vulkan-Werft mehr Stahl als früher die Werft.
Deutschlandweit decken Windkraftanlagen momentan rund 10 Prozent unseres Stromverbrauchs. Die Aussichten sind gut, denn die Windindustrie gehört zu den wenigen Branchen, die trotz Wirtschaftskrise weiterhin kräftig zulegen. Die weitere Entfaltung wird von der internationalen Nachfrage und der Offshore-Windkraft abhängen. Dies spricht für die Entwicklung von Küstenstandorten wie Rostock und Bremen als Windkraftzentren. In Mecklenburg-Vorpommern fehlt bisher noch weitgehend die Infrastruktur für den Bau von Windkraftanlagen an der Kaikante und die Errichtung von Offshore-Anlagen. Kann Rostock die Krise der Werft als Chance für einen neuen Weg in Richtung Windkraft nutzen?
Eine Veranstaltung im Rahmen des Verbundprojektes der Heinrich-Böll-Stiftung "Green New Deal".