#DerAndereOsten - Regionale Vielfalt in Ostdeutschland gestalten

#DerAndereOsten - Regionale Vielfalt in Ostdeutschland gestalten

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall laden wir ein zu Gespräch und Austausch über unsere Geschichte, unsere Erfahrungen und unsere Zukunft. Dabei geht es auch darum, die ostdeutschen Erfahrungen anzuerkennen, ohne neue Spaltungen entstehen zu lassen. Nach dem Motto: „Wir müssen reden“ suchen wir gemeinsam mit unseren Landesstiftungen den Austausch mit Ihnen vor Ort.

https://www.boell.de/de/stadt-land-ost

Unsere Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern im Herbst 2019

Mo, 09. – 20.09.2019 | FRIEDA 23, Friedrichstraße 23, Rostock

Ausstellung "Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ 

Im Herbst 2019 jährt sich die Friedliche Revolution zum 30. Mal. Die Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ wirft Schlaglichter auf die Jahre 1989/90. Sie erinnert an den Protest gegen die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen, an die Fluchtbewegung im Sommer und die Massenproteste im Herbst, die die SED-Diktatur in die Knie zwangen. Sie berichtet auf mit über 100 zeithistorischen Fotos und Dokumenten auf 20 Plakaten von der Selbstdemokratisierung der DDR, der deutsch-deutschen Solidarität und den außenpolitischen Weichenstellungen bis zur Wiedererlangung der Deutschen Einheit. QR-Codes verlinken zu 18 Videointerviews mit Akteurinnen und Akteuren der Friedlichen Revolution, die auf der Webseite https://zeitzeugen-portal.de zu finden sind.

 

Do, 12.09.2019, 20 Uhr | andere buchhandlung, Wismarsche Str. 6, 18057 Rostock

andere buchseiten: Lesung & Gespräch mit Jana Simon

„Unter Druck. Wie Deutschland sich verändert“

Die Welt bewundert Deutschlands wirtschaftliche Stärke, Stabilität und Weltoffenheit. Zugleich schrumpft die Mittelschicht, der Reichtum ist immer ungleicher verteilt, die sozialen Aufstiegschancen sind gering. Und die rechtspopulistische AfD punktet bei Wahlen. Was bedeutet das für das Leben Einzelner und für das ganze Land? Anhand verschiedener Lebensgeschichten zeichnet die Journalistin Jana Simon ein differenziertes Bild Deutschlands, das die Wucht der Veränderungen eindrücklich wiedergibt. 

Einige Protagonisten sind: der frühere EZB-Direktor Jörg Asmussen, der heute Investmentbanker ist; ein Polizist aus Thüringen; eine alleinerziehende Krankenschwester; eine »Influencerin« und der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland.

in Kooperation mit der anderen buchhandlung

 

Do, 19.09.2019, 19 Uhr | FRIEDA 23, Friedrichstraße 23, Rostock

Theaterrechercheprojekt „Un-erhörte Geschichten“ oder „Wie macht man gute Kunst für Ostdeutsche?“ = Finissage der Ausstellung

Wovon muss ein Stück handeln, das „Wie machen wir gute Kunst für Ostdeutsche?“ heißt? Die Performer Rika Weniger, Burkhard Körner und Noah Voelker haben in ihren Heimatstädten Neubrandenburg und Mittweida recherchiert und bringen ein Theaterstück auf die Bühne über Identität und ostdeutsche Heimat. Sie erzählen un-erhörte Geschichten - Geschichten über manchmal traumatische Veränderungen nach 1989, über das Gefühl, Migrant zu sein, ohne sein Zuhause verlassen zu haben, über das Schamgefühl als "Ossi". Sie erzählen aus ihrer Perspektive als Kinder, die die Veränderungen sehr bewusst erlebt haben ohne dabei auf den Diskurs auch mit den eigenen Eltern zu verzichten.

Auf der Bühne suchen sie nach "der guten Kunst für Ostdeutsche" mit allen Unwägbarkeiten, die man sich in einer Stück im Stück Inszenierung vorstellen kann. Die spielerische Challenge ist es, zu überprüfen, wie sehr ihre "gute Kunst für Ostdeutsche" taugt? Wie kann ostdeutsche Geschichte erzählt werden? Die Dimensionen der Wendeerfahrungen? Fängt man bei sich selbst an, dort wo man selbst liebt, leidet, kämpft oder sich politisiert? Wird man ostalgisch oder gar nicht? Wie hat die Wende das Verhältnis zwischen den Generationen geprägt? Können wir uns miteinander verständigen? Das sind auch die Fragen, die wir im Anschluss gemeinsam mit der bündnisgrünen Bundestagsabgeordneten Luise Amtsberg und den Schauspielern im diskutieren wollen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

Ausstellungseröffnung „VOLL DER OSTEN – Leben in der DDR“ & Dokumentarfilm „Radfahrer. Die Überwachung des Fotografen Harald Hauswald durch die Stasi“

mit Harald Hauswald, Fotograf (angefragt)

Fr, 27.09., 18 Uhr | Museum der Stadt Pasewalk, Prenzlauer Straße 23

Die von der OSTKREUZ Agentur der Fotografen und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegebene Ausstellung ist eine Bilderreise in die Zeit der Teilung. 100 bekannte und unbekannte Fotos von Harald Hauswald zeigen eine ungeschminkte DDR-Realität. Von 1983 bis Zum Ende der DDR wurde Harald Hauswald von der Stasi überwacht. Deckname dieses sogenannten operativen Vorgangs: Radfahrer. Marc Thümmlers Kurzfilm (27 min) „Radfahrer“ konfrontiert Hauswalds Fotografien mit Auszügen aus seiner Stasi-Akte. 

Die Ausstellung ist bis 1. Dezember im Museum der Stadt Pasewalk zu sehen.

 

Mo, 30.09.2019, 19 Uhr | li.wu. in der FRIEDA 23, Friedrichstr. 23, Rostock

BÖLL-Montagskino „Die STASI im Kinderzimmer“ (Dok.film, 43 min.)

Film & Gespräch mit Kathrin Matern, Regisseurin, Dr. Volker Höffer, Christian Ahnsehl, Moderation: Nathalie Nad-Abonji

1966 erlaubt Stasi-Chef Erich Mielke per Erlass, dass Minderjährige als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) angeworben werden und für den Frieden spitzeln dürfen. Ein staatlich verordneter Missbrauch. Zugleich bildet das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) Offiziersbewerber für die Arbeit beim Geheimdienst der DDR aus. Und: Es sichert jungen Leuten Plätze für ein ziviles Studium, wenn sie sich für die Arbeit bei der Staatssicherheit verpflichten. Die Filmemacherin Kathrin Matern erzählt vier verschiedene Schicksale von Menschen, die in jungen Jahren in Kontakt mit der Stasi gekommen sind und wie sie mit den daraus resultierenden Auswirkungen umgehen.

Einer von ihnen ist Christian Ahnsehl aus Rostock. Im Sommer 1985 schreibt er eine Losung an die Schulwand: "Steht auf. Wacht auf. Befreit Euch. Ich will leben." Was er nicht weiß: Die Stasi hat ihn schon längst im Visier. Sie erpresst ihn. Der 15-Jährige unterschreibt eine Verpflichtungserklärung und bespitzelt eine Rostocker Freikirchengemeinde.

Wo beginnt Verrat? Welche Auswirkungen hat er? Wie erklärt man dies den eigenen Kindern? Darf man mit einer Stasi-Vergangenheit als Jugendlicher heute ein politisches Amt übernehmen? Diese Fragen wollen wir im Anschluss an die Dokumentation mit unseren Gästen diskutieren.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Heinrich-Böll-Stiftung MV und Lichtspieltheater Wundervoll.

Eintritt: 7,50 / 5,- EUR

 

Mi, 16.10., 20 Uhr | Koeppenhaus Greifswald, Bahnhofstraße 4/5

Vortrag und Podiumsdiskussion „Die Treuhand“

Mit Dr. Marcus Böick, Moderation: Reinhard Knisch

Die Treuhandanstalt war eine der umstrittensten Organisationen in der deutschen Geschichte. Als »größtes Unternehmen der Welt« führte sie einen Vermögensumbau von bisher unbekanntem Ausmaß durch. Zwischen kollabierendem Realsozialismus und sich globalisierendem Kapitalismus überführte ihr Personal die »volkseigenen« Betriebe der DDR vom Plan zum Markt. Verkäufe an zumeist westdeutsche Investoren, Branchenabwicklungen und Massenentlassungen prägten ihre krisengeschüttelte Geschäftspraxis nicht weniger als wütende Proteste, politische Kontroversen und öffentliche Skandale.

Marcus Böick wirft erstmals einen zeithistorischen Blick auf den widersprüchlichen Auftrag der Treuhand und deren Personal in den Fokus. An der Schnittstelle von Wirtschafts- und Kulturgeschichte zeichnet der Autor mit präzisem Blick die zugrundeliegenden Ideen, den dynamischen Organisationsalltag und die facettenreichen Erfahrungen der Mitarbeiter nach, die die Transformation so maßgeblich wie unvorbereitet mitgestaltet haben.

Dr. Marcus Böick, geb. 1983, studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und Sozialpsychologie an der Universität Bochum. Dort ist er Akademischer Rat am Historischen Institut.

Reinhard Knisch war zunächst als Vertreter des Neuen Forum, ab 1992 als DGB Vertreter im Beirat der regionalen Treuhandanstalt Rostock. Als Betriebsratsvorsitzender des Rostocker Fischkombinats hat er die Treuhandanstalt hautnah miterlebt.

 

Mo, 21.10., 19 Uhr | Schleswig-Holstein-Haus Schwerin, Puschkinstraße 12

Lesung & Gespräch „Was uns erinnern lässt“ mit Kati Naumann

Deutsch-deutsche Geschichte: Berührend und nahbar erzählt

1977: Das Zuhause der vierzehnjährigen Christine ist das ehemals mondäne Hotel Waldeshöh am Rennsteig im Thüringer Wald. Seit der Teilung Deutschlands liegt es hinter Stacheldraht in der Sperrzone direkt an der Grenze. Schon lange findet kein Wanderer mehr den Weg dorthin. Ohne Passierschein darf niemand das Waldstück betreten, irgendwann fahren weder Postauto noch Krankenwagen mehr dort hinauf. Fast scheint es, als habe die DDR das Hotel und seine Bewohner vergessen. 2017: Die junge Milla stößt bei einer Wanderung auf die Reste des Hotels Waldeshöh und spürt der Geschichte nach.

Für Kati Naumann waren die Recherchearbeiten für ihren Roman auch eine Reise in die eigene Kindheit. Ihre Großeltern lebten im Thüringer Wald mitten im sogenannten Sperrgebiet an der Grenze, wo sie als Kind oft zu Besuch sein durfte. 

Der 1963 in Leipzig geborenen Autorin gelingt ein spannender Roman, der das Kapitel der Zwangsumsiedlungen in der DDR kenntnisreich und berührend aufarbeitet.

Eine gemeinsame Veranstaltung von Heinrich-Böll-Stiftung MV und Kulturbüro Schwerin im Rahmen der Schweriner Literaturtage.

Eintritt: 8,-/ 6,- EUR

 

04.11. - 20.12.2019 | Grünes Büro Stralsund, Alter Markt 7

Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“

Im Herbst 2019 jährt sich die Friedliche Revolution zum 30. Mal. Die Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ wirft Schlaglichter auf die Jahre 1989/90. Sie erinnert an den Protest gegen die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen, an die Fluchtbewegung im Sommer und die Massenproteste im Herbst, die die SED-Diktatur in die Knie zwangen. Sie berichtet auf mit über 100 zeithistorischen Fotos und Dokumenten auf 20 Plakaten von der Selbstdemokratisierung der DDR, der deutsch-deutschen Solidarität und den außenpolitischen Weichenstellungen bis zur Wiedererlangung der Deutschen Einheit. QR-Codes verlinken zu 18 Videointerviews mit Akteurinnen und Akteuren der Friedlichen Revolution, die auf der Webseite https://zeitzeugen-portal.de zu finden sind.

 

Fr, 08.11.2019, 19 Uhr | Kreisvolkshochschule Nordwestmecklenburg, Wismar, Badstaven 20

Film & Gespräch mit Jörg Herrmann, Dokumentarfilmer „Zwischen Liebe und Zorn - Harald Hauswald, Fotograf“

Regie: Jörg Herrmann, BRD 2011, 60 min, keine FSK

Seit Mitte der 70er-Jahre dokumentierte der Fotograf Harald Hauswald die DDR aus einem Blickwinkel, der sonst nicht sichtbar war. Die Sicherheitsorgane der DDR betrachteten Harald Hauswald als Spion und Staatsfeind. Jörg Herrmanns Dokumentarfilm stellt Hauswalds Fotos neben offizielle DDR-Bilder. Dazwischen gibt es Interviews mit Hauswald selbst sowie mit Kollegen und Freunden, die u.a. seine Aufnahmen in den Westen brachten, und mit seiner Tochter. Bei aller Fantasie konnte auch Hauswald nicht ahnen, wie sich sein Leben nach 1989 verändern würde. Der Film zeigt, wo er heute steht und wie es weitergehen könnte. Ein spannendes Porträt eines Künstlers mit wachem Auge.

Jörg Herrmann ist freiberuflicher Dokumentarfilmer. Er lebt und arbeitet in Rostock.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung MV und der Kreisvolkshochschule Nordwestmecklenburg im Rahmen der Ausstellung „Voll der Osten – Leben in der DDR“.

 

11.11. – 06.12.2019 | FRIEDA 23, Friedrichstraße 23, Rostock

Ausstellung "Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 | 19“ 

Unsere Politik wird, so scheint es, zunehmend von Gefühlen bestimmt. 
Wir leben in Zeiten der Daueraufgeregtheit. Fakten werden durch gefühlte Wahrheiten infrage gestellt. Radikale aller Couleur finden mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen immer mehr Zuspruch. Die politische Mitte weiß mit den aufgeheizten Emotionen oft nichts anzufangen. Sie ist von der politischen Kultur der alten Bundesrepublik geprägt, in der das Gebot der Nüchternheit galt.

Hier setzt die Ausstellung „Die Macht der Gefühle“ an, die Ute und Bettina Frevert für die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ sowie die Bundesstiftung Aufarbeitung erarbeiteten. „Die Macht der Gefühle. Deutschland 19 | 19“ wählt eine emotionsgeschichtliche Perspektive auf die vergangenen 100 Jahre. Die Schau verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Wirkungsmacht von Emotionen wie Angst, Hoffnung, Liebe oder Wut. Sie nimmt heutige Erscheinungsformen von 20 Gefühlen zum Ausgangspunkt und zeigt deren historische Entwicklung im 20. Jahrhundert auf: Konjunkturen, Wandel und Kontinuitäten.

 

Do, 21.11.2019, 19 Uhr | Grünes Büro Stralsund

1989 – Aufbruch im Umbruch

Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“ & Gespräch mit Ulrike Poppe, Bürgerrechtlerin und Claudia Müller, MdB, B´90/GRÜNE

Im Herbst 2019 jährt sich die Friedliche Revolution zum 30. Mal. Mit der Ausstellung , die an  diese Jahre des Auf- und Umbruchs erinnert, und dem Gespräch zwischen der Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe und der bündnisgrünen Bundestagsabgeordneten Claudia Müller wollen wir eine Brücke in die Gegenwart schlagen. Ulrike Poppe wird über die damaligen (auch ganz persönlichen) Motive und Ziele der Frauenbewegung sprechen. Wie haben sich Frauen Anfang der 80er dem SED-Regime entgegen gestellt und sich gegen die Militarisierung gewehrt? Wie stand es um die in der DDR scheinbar gewährte Gleichberechtigung? Vor welchen aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft stehen wir heute? Welche Erfahrungen, Prägungen und Verständigungen gibt es zwischen den Generationen? Wie steht es heute um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern? Welche Umwelt- und Menschenrechtsfragen suchen in der Gegenwart nach Antworten? Warum ist die Auseinandersetzung mit der Diktatur nach wie vor wichtig? Warum erzählen wir Geschichten von Unrecht, obwohl die wenigsten dies erlebt haben? Diese Fragen wollen wir im Gespräch mit beiden Referentinnen diskutieren. Wir laden Sie herzlich zur Ausstellung & Gespräch ein. Eintritt: frei

Ulrike Poppe gehörte zu den Mitbegründer*innen des Netzwerkes "Frauen für den Frieden" und war Mitglied der Initiative für Frieden und Menschenrechte. Von 2010 bis 2017 war sie Beauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Brandenburg.

 

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